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ESG-Auswirkungen, UN SDGsArtikel

Impact Investing: Messen, worauf es ankommt

Veröffentlicht: November 26, 2021
Geändert: August 13, 2025
Wichtigste Erkenntnisse

Unterstreicht die Notwendigkeit eines einheitlichen Ansatzes zur Messung der ESG-impact der Berichterstattung

Die Messung von Impact Investing hat derzeit viele Dialekte, aber keine Lingua franca. Das Global Impact Investment Network (GIIN) definiert Impact Investments als "Investitionen, die mit der Absicht getätigt werden, neben einer finanziellen Rendite auch positive, messbare soziale und ökologische Auswirkungen zu erzielen". Während diese Definition einen theoretischen Ausgangspunkt für die Bewertung von Unternehmen bietet, ist die Messung der von ihnen erzeugten Wirkung eine zentrale Herausforderung für Impact Investments. 

Es gibt keine allgemein akzeptierte Methode zur Messung der Auswirkungen, geschweige denn eine, die leicht zu verdauen ist. Dies gilt vor allem für Investoren in börsennotierte Unternehmen, bei denen die Auswirkungen nur eine von mehreren Überlegungen bei der Anlageentscheidung sind. Die systematische Erhebung von wirkungsrelevanten Daten über Zielunternehmen und die Bewertung ihrer sozialen Auswirkungen ist eine Herausforderung, wenn Portfolioanalysten Hunderte von Unternehmen aus verschiedenen Branchen berücksichtigen müssen und die Auswirkungen nur eine von mehreren Dimensionen der Analyse sind. 

In Ermangelung eines einheitlichen Standards können Investoren mit der Komplexität und den für die zusätzliche Datenerhebung und -validierung erforderlichen Ressourcen überfordert sein. Einige bestehende Ansätze beruhen auf maßgeschneiderten, detaillierten Messmethoden, die von spezialisierten Unternehmen umgesetzt werden und häufig die eigenen Grundsätze oder Schwerpunktbereiche der Investmentgesellschaften widerspiegeln (z. B. Armut, Gesundheit, geografische Abdeckung). Umgekehrt bestehen viele der entstandenen Standards für die Wirkungsberichterstattung aus einer langen Liste von Metriken, die sich auf jede erdenkliche Art von Auswirkungen beziehen, ohne Hinweise auf ihre relative Bedeutung für verschiedene Arten von Unternehmen zu geben. Die Global Reporting Initiative (GRI) beispielsweise umfasst rund 200 verschiedene Angaben zu allen möglichen Themen, von der Elternurlaubspolitik bis zum Wasserverbrauch. 

Der derzeitige Stand der Wirkungsmessung ist in einem sich entwickelnden Bereich zu erwarten, in dem mit verschiedenen Wirkungsansätzen experimentiert wird und in dem Beiträge zu sozialen Zwecken oder zum Gemeinwohl viele verschiedene Formen annehmen können, von der Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter bis zur Senkung ihrer Kohlenstoffemissionen oder dem Erreichen benachteiligter Verbraucher. Mit zunehmender Reife des Themas wird sich der Begriff "Wirkung" auch bei denjenigen Anlegern durchsetzen, für die er nicht im Mittelpunkt steht. Es werden einfache und konsistente Maßstäbe benötigt, die von den Anlegern neben den traditionellen Bewertungsdimensionen wie Risiko und Rendite verwendet werden können. Dies würde es den Anlegern ermöglichen, in der Praxis Entscheidungen zu treffen, indem sie ein gemeinsames Maß verwenden, um die von Unternehmen in verschiedenen Sektoren (z. B. Energieunternehmen und Konsumgüterunternehmen) erzeugten Auswirkungen und die relativen Auswirkungen zu vergleichen, die von einer Investition bei unterschiedlichen Renditeniveaus erwartet werden können. Schließlich sollen mögliche Kompromisse zwischen diesen Dimensionen auf praktische Weise transparent gemacht werden. Dies ist ein wichtiger Teil des Instrumentariums, das erforderlich ist, um die Vision zu verwirklichen, die gesellschaftlichen Auswirkungen als dritte Dimension neben Risiko und Rendite in eine "neue Effizienzgrenze" einzubeziehen.

Investoren, die börsennotierte Unternehmen bewerten wollen, benötigen Messgrößen, die aussagekräftige Vergleiche zwischen verschiedenen Sektoren ermöglichen und die einfach und leicht verfügbar sind. Gegenwärtig tun Unternehmen und Investoren ihr Bestes, um über eine lange Liste von Kennzahlen zu berichten, die nur einige wenige "impact-first"-Investoren und Stakeholder modellieren und verstehen können. Im Gegensatz dazu haben gewöhnliche Investoren und Interessengruppen, die solche Berichtsmetriken effizient nutzen wollen oder einen ganzheitlichen Ansatz benötigen, der die vielen Dimensionen des Themas auf einfachere Weise zusammenfasst, Schwierigkeiten, die vielen verschiedenen und gelegentlich widersprüchlichen Ansätze zu verstehen.

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